Nach der (Programm-)Akkreditierung ist vor der (System-)Akkreditierung

Im Juli 2017 konnten wir verkünden, dass alle Studiengänge der AOEV akkreditiert sind. Doch schon ein Jahr später steht der nächste Akkreditierungsprozess ins Haus. Für unseren Bachelorstudiengang Public Management wird im September 2018 nach fünf Jahren das erste Reakkreditierungsverfahren fällig. Das ist für Hochschulinstitute mittlerweile so normal wie der TÜV, den jeder Autobesitzer nach zwei Jahren an seinem Fahrzeug erneuern muss.

Was ist eigentlich eine Programm-Akkreditierung?

Wie schon geschrieben, ist eine Akkreditierung etwas wie ein TÜV, also eine Qualitätsabnahme. Dazu stellt die Hochschule zuerst einen Antrag auf Programmakkreditierung – diesem Antrag fügt sie eine Selbstdokumentation des Studienprogramms hinzu. Die beauftragte Akkreditierungsagentur prüft die Unterlagen und sendet im Anschluss – bei allen erfüllten Vorbedingungen – ein Gutachterteam zur Hochschule. Nach umfangreichen Hospitationen, Gesprächen, Sichtung von Unterlagen wird am Ende entschieden, ob der Studiengang die Auflagen erfüllt und damit akkreditiert wird. Unter Umständen gibt es noch weitere Auflagen, die abgearbeitet werden müssen. Da die Akkreditierung zeitlich immer begrenzt ist, muss dieses Verfahren alle 5 bis 7 Jahre durchlaufen werden. Somit bleibt sichergestellt, dass den Ansprüchen auch über die Zeit hinweg entsprochen wird.

Und was hat es mit der System-Akkreditierung auf sich?

Nun trat am 1.1.2018 der „Staatsvertrag über die Organisation eines gemeinsamen Akkreditierungssystems zur Qualitätssicherung in Studium und Lehre an deutschen Hochschulen“ – kurz der Studienakkreditierungsstaatsvertrag in Kraft, um das bestehende System der Qualitätssicherung weiterzuentwickeln. Wesentliches Ziel der Neuregelung ist, die Kosten zu senken und die Verfahren klarer und effizienter zu gestalten. Die Systemakkreditierung einer gesamten Hochschule soll einzelnen Programmakkreditierungen vorgezogen werden.

Das bedeutet für Hochschulinstitute bzw. die Hochschulen nun weit mehr als eine Wiederholung der bekannten Programmakkreditierungen. Das Verfahren bekommt ab 2018 die Form eines Verwaltungsaktes, wobei die Akkreditierungsagenturen nur die Entscheidungsvorbereitungen treffen und der Akkreditierungsrat letztlich die Entscheidung über den Zuspruch eines Siegels trifft. Das neu geregelte Verfahren erlaubt die eindeutige Trennung einerseits zwischen dem privatrechtlichen Verhältnis der Hochschule zur Akkreditierungsagentur und andererseits dem Verhältnis der Hochschule zum Akkreditierungsrat.

Die Systemakkreditierung ist an der Steinbeis-Hochschule Berlin in vollem Gange und verlangt den beteiligten Qualitätsbeauftragten der Institute und der Hochschulleitung eine enorme Leistung ab. Von Entspannung kann sicher erst nach der Systemakkreditierung die Rede sein und wer weiß schon, vor welchen Herausforderungen wir dann wiederum stehen.