Netzwerken im Studium – Kür oder Pflicht?

Die gute Nachricht zuerst: jeder kann netzwerken und jeder hat es wahrscheinlich schon mehr als 100x in seinem Leben getan – bewusst oder unbewusst. Denn Networking bedeutet nichts anderes, als dass man persönliche oder berufliche Kontakte aufbaut und pflegt. Denken Sie an Ihre Nachbarn, die während Ihrer Ferien die Post holen – und natürlich auch andersherum. Oder was ist mit der Kollegin, die Ihnen bei einem wichtigen Projekt den entscheidenden Hinweis gegeben hat? 

Netzwerke können nützlich sein

Wir lernen: Netzwerke können nützlich sein; sogar sehr nützlich. Und natürlich ist das auch im Studium der Fall. Sie werden unweigerlich und ganz ohne Absicht neue Personen kennenlernen, zum Beispiel Ihre Dozenten oder Kommilitonen. Denken Sie jedoch zusätzlich daran, dass das Kontakteknüpfen zielorientiert sein darf. Vielleicht haben Sie unter Ihren Mitstudierenden jemanden mit besonders großem Engagement. Dann böte es sich an, gemeinsam in einer Lerngruppe zu sein und somit etwas mehr Motivation einzufangen. Oder eine Dozentin hat Verbindungen zu der Firma, für die Sie später gern einmal arbeiten möchten. 

Die Grundregel beim Networking

Die Grundregel beim Networking ist, dass es niemals eine dauerhafte Einbahnstraße sein kann. Wenn Ihnen jemand etwas Gutes tut, revanchieren Sie sich! Bieten Sie Ihren Kontakten ebenfalls Ihre Hilfe an. Kein Mensch findet es toll, wenn er sich ausgenutzt fühlt. Oder noch besser: Sie gehen in Vorleistung! Tun Sie doch jemandem einen Gefallen und bleiben Sie somit im Gespräch. 

In medias res: Wie bauen Sie ein Netzwerk im Studium auf? 

Zuerst sollten Sie überlegen, ob Sie überhaupt zielgerichtet netzwerken wollen – und wenn ja, mit welchem Ziel. Wollen Sie einfach einen Austausch zu den Studieninhalten haben, suchen Sie Gesellschaft für die Kaffeepausen oder haben Sie bereits den Job nach dem Studienabschluss vor Augen? Dementsprechend können Sie überlegen, welche Personen Sie Ihrem Ziel näherbringen. Gründen Sie zum Beispiel eine Lerngruppe, nehmen Sie Kontakt zu Alumni auf – oder: genießen Sie mit Ihren Mitstudierenden nach getaner Arbeit den Feierabend bei einem Getränk. Sie werden sehen, wie viel mehr Spaß das Studieren auf einmal macht und wie gut Sie plötzlich informiert sind.

Fangen Sie mit einem Menschen an!

Qualität geht vor Quantität – fangen Sie klein an und gehen Sie auf den ersten Menschen zu, der Ihnen sympathisch ist! Niemand schafft es, mit Dutzenden von Leuten gleichzeitig eine gute Beziehung zu pflegen. Seien Sie lieber etwas wählerischer und behalten so den Überblick. Oder vernetzen Sie Kontakte mit anderen Kontakten, so bleiben Sie im Spiel, ohne immer dabei sein zu müssen. Übrigens ist auch nicht jede Bekanntschaft eine gute Bekanntschaft – es gibt Zeit- und Energieräuber, die Sie besser fernab Ihres Netzwerkes lassen.  

Die Chancen in einem wohlüberlegten Netzwerk überwiegen. Dabei sollte die Onlinewelt als Networkingtool jedoch nicht unbeachtet bleiben. Welche Möglichkeiten sich hier ergeben, werden wir in einem weiteren Artikel zum Thema näher beleuchten.